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Hildburghausen: Frenck trifft sich mit Trinkaus und Deckert

Eintragsdatum: 2009-03-01Quelle: Gruppe Archiv Hildburghausen, AGST

In Hildburghausen fand am 20. Februar 2009 ein Kamerschaftsabend, den der NPD-Kreisvorsitzende Tommy Frenck und andere Neonazis aus Hildburghausen organisierten, statt. Interessanterweise gab es Vorträge vom ex-NPD-Vorsitzenden und Holocaust-Leugner Günther Deckert und dem NPD-Gegner Kai-Uwe Trinkaus aus Erfurt. Wir dokumentieren einen Artikel der Gruppe Archiv Hildburghausen und kommentieren.

Kameradschaftsabend der Freien Kräfte

Am Freitag den 20.02.09 fand in Hildburghausen, im Burghof, ein von Freien Kräften und dem ehemaligen NPD - Bundesvorsitzenden Günther Deckert, unter Leitung von Tommy Frenck organisierter Kameradschaftsabend, statt.

An dieser Veranstaltung nahmen mehr als 70 Nazis teil. Deckert hielt einen eineinhalb stündigen Vortrag über den Zustand der Gesellschaft und zum Zustand der NPD. Danach beantwortete Deckert noch etwa eine Stunde lang, die Fragen der teilnehmenden Nazis.

An der Veranstaltung nahm auch der ehemalige NPD-Kreisvorsitzende von Erfurt-Sömmerda, Kai-Uwe Trinkaus, teil.

Für den musikalischen Rahmen sorgte der Liedermacher Jürgen Voigt aus Geschwenda.


Günther Deckert vor einer Reichskriegsflagge


v.l.n.r.: Tommy Frenck, Günther Deckert, Kai-Uwe Trinkaus
Quelle: http://gruppearchivhibu.net/40910.html

NPD-Kreisverband Hildburghausen vor dem Aus?

Es deutet alles darauf hin! Für den großspurig angekündigten Antritt zu den Kommunalwahlen gibt es bisher keinerlei Anzeichen. Im Gegenteil: Es sieht derzeit alles danach aus, als würden die Kommunalwahlen im Landkreis ohne die NPD stattfinden. Dann lädt sich Tommy Frenck, der unumstrittene Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Hildburghausen zwei Gegner seiner eigenen Partei zum Kameradschaftsabend, um sie über den Zustand der NPD referieren zu lassen. Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich sind die beiden immernoch bekennende Neonazis. Nur mit der NPD haben sie aus ähnlichen Gründen gebrochen. Trinkaus, früher Kreisvorsitzender der NPD Erfurt, wurde aus der Partei ausgeschlossen, weil er den parteiinternen Machtkampf gegen die etablierte Führung der Landespartei verlor. (AGST berichtete) Deckert war bis 1996 sogar Vorsitzender der Bundes-NPD und wurde ebenfalls wegen parteiinterner Opposition aus der NPD ausgeschlossen.

Die Frage warum Frenck sich ausgerechnet mit diesen beiden prominenten NPD-Gegnern aus dem faschistischen Lager traf, scheint offensichtlich: Frenck nimmt Abstand zur NPD. Er ist durch seine skandalträchtige Politik der letzten Jahre zum Außenseiter in der sich bieder gebenden Thüringer NPD avanciert. Möglicherweise verhinderte der Landesvorstand deswegen den Antritt des Kreisverbandes zur Kommunalwahl. Und das ist schon mehr als Spekulation. Auf der Internetseite von Kai-Uwe Trinkaus veröffentlichte dieser ein Schreiben des NPD Vorstandes, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an die Mitglieder des Kreisverbandes Hildburghausen gerichtet ist. Hier wird fadenscheinig begründet, warum der Kreisverband nicht zur Kommunalwahl antreten darf: wegen nicht absolvierter Schulungen. Ebenfalls bezeichnend ist ein Blick auf die Landesliste der NPD zur Landtagswahl. Nicht eine einzige Person aus dem mitgliederstarken Kreisverband schaffte es auf die Liste. Eine Demütigung.

Bereits während des Putsch-Versuches 2008 durch eben jenen Kai Uwe Trinkaus und Thorsten Heise (AGST-Berichte: [1], [2]) war Frenck auf der Seite der Putschisten. Sollten sich die hier dargelegten Indizien über den Zustand der Hildburghäuser NPD erhärten und Frenck sich aus der NPD zurückziehen, dann wird es wohl bis zu den Wahlen keinen funktionierenden NPD-Kreisverband Hildburghausen mehr geben und der krisengeschüttelten Thüringer NPD steht die nächste Austrittswelle bevor. Frenck war die wichtigste Führungsfigur in Hildburghausen und überhaupt bestand der mitgliederstarke Verband im Wesentlichen aus Freunden Frencks, die sich gegebenenfalls mit ihm solidarisieren würden.

In welcher Form sich die Hildburghäuser Neonazis um Frenck danach organisieren, ist unklar. Möglicherweise heißt die NPD Hildburghausen ja bald "PRO Hildburghausen", analog der Gründung von "PRO Erfurt" durch Trinkaus. Trinkaus versucht seit seinem Ausschluss eine Konkurrenzorganisation zur NPD aufzubauen und scheint dabei nicht unerfolgreich zu sein. So konnte die Überbau-Organisation "PRO Thüringen" am 6. Januar 2009 vermeldet, dass nun bereits Ortsgruppen im Ilm-Kreis und in Weimar gegründet wurden.

Presse:

27.02.09 - Freies Wort
Stadtrat

"Geldgier darf nicht so weit gehen!"

Burghof bot NPD Unterschlupf

Hildburghausen/Henfstädt - "Dass Gastronomen unserer Stadt solche Veranstaltungen annehmen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis", empörte sich Hildburghausens Bürgermeister Steffen Harzer am Mittwochabend im Stadtrat und meinte damit einen Kameradschaftsabend der NPD, der am vergangenen Freitag im Burghof Hildburghausen stattfand.

Anderthalb Stunden habe der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Günther Deckert referieren können und sogar solchen Leute wie Kai-Uwe Trinkaus wurde ein Podium geboten. "Und das an einem Tag, an dem wir der Ermordung der Geschwister Scholl gedacht haben!" Wie er erfahren habe, seien Stammgäste extra ausgeladen worden. "Sie sollten sich überlegen, ob sie überhaupt wieder eine solche Gaststätte besuchen. So weit darf Geldgier nicht gehen, dass Feinden der Demokratie Unterschlupf gewährt wird!" Wie auch schon zum Neujahrsempfang rief er alle demokratischen Kräfte auf zusammenzustehen. Er verwies auf die Aktion "Deine Stimme gegen Nazis!", zu der es auch auf der Internet-Seite der Stadt einen Link gebe.

Klarer Standpunkt in Henfstädt

Ganz anders als in Hildburghausen reagierte die Pächterin des Landgasthofs "Zur Osterburg" Henfstädt. Sie hatte ein Heavy Metal Konzert mit vier Bands angemeldet. Wie sich herausstellte, wollte der Veranstalter aber auch noch Gruppen der rechtsextremen Szene auftreten lassen. "Als ich davon hörte, habe ich die Veranstaltung sofort abgesagt", sagte Angelika Assmus. "Mit den Nazis will ich nichts zu tun haben. Wir sollten hier hinters Licht geführt werden!" Auch die Metal-Bands hätten schon von sich aus den Termin gecancelt, weil sie nicht gemeinsam mit Bands der rechten Szene auftreten. "Wir wollten was für die Jugend tun, nicht die Nazis!" ng

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