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Suhl: NPD-Kundgebung am 11. August

Eintragsdatum: 2009-08-19Quelle: AGST

Auch in Suhl hat die faschistische NPD auf ihrer Wahlkampftour Halt gemacht. Das auch dieser Stopp ein Schuss in den Ofen war, bestätigt der Verlauf der Nazi-Kundgebung.

Gegen 9 Uhr bereiteten Frank Schwerdt, Hendrik Heller und Co. ihren Parteistand am Dianabrunnen in Suhl vor. Kurze Zeit später hielten sie den ersten Redebeitrag. Zeitgleich setzten die Pfiffe des Gegenprotestes ein, was die ohnehin schon miserable Akustik noch weiter verschlechterte. Nach dem die folgenden Versuche ebenfalls nach hinten los gingen, ließen es die Nazis schließlich sein und fingen an, die sich in der Stadt aufhaltenden Menschen mit ohrenbetäubender Musik von rechten Liedermacher_innen zu belästigen. Vorbeikommende Passant_innen grinsten spöttisch und liefen Köpfe schüttelnd weiter. Auch der Erfolg, den sich die Nazis mit dem Verteilen von braunen Nonsens-Flyern erhofften, blieb aus - die Leute lehnten undankbar ab. Etwa anderthalb Stunden später packten die NPDler_innen ihren Krempel zusammen und wurden mit Applaus und Regen verabschiedet.

Alles in Allem - ein wirklich peinlicher Auftritt der Thüringer NPD in Suhl.

Fotos:





Presse:

12.08.09 - Freies Wort
Demonstration
Viele laute Stimmen gegen Nazis in der Innenstadt
Bündnis für Demokratie und Toleranz, Parteien, Gewerkschafter, Schüler und Passanten gegen NPD-Wahlwerbung

Suhl - Das Schrillen der Trillerpfeifen tönt gegen die Musik aus den Lautsprechern. Als gestern Vormittag die NPD im Steinweg mit ihrem Wahl-Lkw und dem Stand Werbung machte, haben viele Suhlerinnen und Suhler mit ihrem Protest ein Zeichen dagegen gesetzt. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt, Parteien und Gewerkschaften haben sich zusammengeschlossen, um Farbe zu bekennen und geschlossen gegen die NPD aufzutreten. Auch Oberbürgermeister Jens Triebel zeigte Flagge wie auch die Vertreter der Kirche, allen voran Superintendent Martin Herzfeld. Viele Passanten blieben stehen, unterhielten sich mit den Demonstranten und schlossen sich ihnen an.

Auf einem Banner steht in großen Buchstaben "No NPD, NPD Verbot jetzt" und auf einem Plakat: "Kein Ort für Nazis in Thüringen". Auch Suhl ist kein Ort für Nazis, das zeigten die Teilnehmer deutlich. "Wir brauchen keinen braunen Sumpf, wir brauchen keine NPD", ruft Ina Leukefeld (Die Linke) den Menschen über ein Megafon zu. "In Demokratien wird demonstriert, in Diktaturen wird marschiert und dafür steht die Partei, die schon längst verboten gehört", so Thomas Schmidt von der SPD. Die NPD dreht ihre deutsch-nationale Musik lauter. Wer sich in der City aufhält, fühlt sich belästigt. Zwischen zwei Liedern greift Manfred Hardt (Freie Wähler) zum Megafon: "Lassen Sie sich nicht täuschen von diesen Nazis im Biedermannkostüm. Gehen Sie zur Wahl, Wahlbeteiligung bannt die Nazis." Applaus für ihn und seine Vorredner. Alle drei kandidieren für den Landtag. Schrille Pfiffe für die NPD.

Säcke für braunen Müll

Thomas Kasper von der IG Metall ist mit Kollegen gekommen. "Wir wollen zeigen, dass wir dagegen sind", sagt er. "Deine Stimme gegen Nazis", der Spruch des Bündnis', ist die wichtigste Botschaft am Vormittag.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt hatte von dem Termin und der Anmeldung der NPD erfahren. Bei einer Bündnissitzung am Montag beschlossen die Mitglieder spontan die Suhler, Parteien und Gewerkschaften für eine Gegendemo zu mobilisieren.

Müllsäcke mit der Aufschrift "brauner Müll" haben sie aufgestellt, damit Passanten die Wahlwerbung hineinwerfen können, die sie von den Rechten in die Hand gedrückt bekommen. Die Säcke bleiben so gut wie leer. Die Menschen gehen meist schnell an dem Wahlstand vorbei, nehmen nichts mit, bleiben nicht stehen.

"Ich frage nicht, was es bringt, sondern was passiert wäre, wenn wir nicht hier wären", sagt Philipp Weltzien vom Bündnis und Stadtrat für die Linke. Seine Erfahrung ist, dass die meisten Leute einfach weitergehen, wenn das Bündnis gegen NPD Präsenz zeigt. "Wo Nazis auftreten, muss eine Gegenstimme sein", sagt Anneliese Weisleder. Heidemarie Schwalbe hat auf ihre Art mobilisiert. Die Lehrerin fragte im Unterricht die Schüler, ob sie nicht zur Demo gehen wollen. "Wir waren einstimmig dafür, das Bündnis zu unterstützen", sagt Niklas aus dem Geschichtskurs der 11. Klasse. "Ich will meinen Beitrag leisten, damit Nazis in Deutschland keinen Platz haben, um ihre Ideen zu verbreiten", macht der Schüler deutlich.

Als gegen halb zwölf die NPD die Musik ausmacht, bedankt sich Martin Oeltermann (Freie Wähler) bei allen Demonstranten für ihr Engagement. Abschließend gibt es noch einmal Applaus - als die NPD eingepackt hat. lh
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