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Arnstadt: Personalwechsel beim Stadt-Echo

Eintragsdatum: 2009-09-12Quelle: AGST

Mit der neuen Ausgabe des Arnstädter Stadt-Echos betritt die nächste Schießbudenfigur die Bühne der Menschenverachtung. Das Hetzblatt wird nun geleitet vom Stadtratsmitglied der rechtspopulistischen "Pro Arnstadt"-Fraktion Stefan Buchtzik. Altmeister Hans-Joachim König gab die Leitung des "Stadt-Stürmers" ab. Der neue Herausgeber legte auch gleich ordentlich los.

Who the fuck is Buchtzik?

Aufmerksamen Leser_innen der lokalen Tageszeitung "Thüringer Allgemeine" ist Buchtzik schon des Öfteren aufgefallen. Er ist der Schmierbeutel, der bei jeder Gelegenheit sein Gesicht in die Kamera der Regionalpresse hält. Bisher verdingte sich Buchtzik als Schauspieler in lokalen Aufführungen. In Arnstadt vergeht kaum ein Tag an dem der 31-jährige nicht in seinem Bach-Kostüm durch die Stadt marschiert und sich dabei wohl wie eine Art Arnstadt-Maskotchen vorkommt. In dieser Funktion gelang es ihm wohl Teile der Arnstädter Bevölkerung einzulullen. Zu den Stadtratswahlen am 7. Juni 2009 zog er für "Pro Arnstadt" in den Stadtrat ein und fiel hier auch schon durch einen durch die Hintertür vorgetragenen Versuch auf, die Arnstädter Arbeitsgemeinschaft "Demokratie braucht Zivilcourage" aufzulösen. Die AG Demokratie hatte sich in der Vergangenheit gegen faschistische Aufmärsche zur Wehr gesetzt, was bei den Rechtspopulisten von "Pro Arnstadt" auf alles andere als Zustimmung stieß. Seit August 2009 fungiert Buchtzik nun als Herausgeber des "Arnstädter Stadt-Echos". In jener August-Ausgabe kündigte er sogleich an, dass sich an "der inhaltlichen Ausrichtung gar nichts ändern wird". Die Rigide beim Stadt-Echo heißt also weiterhin Geschichtsrevisionismus, Ultranationalismus, Antikommunismus und subtiler Antisemitismus. Mit dem neuen Herausgeber bezog die Postille auch ein neues Büro "An der Neuen Kirche 3".

"Die Alleinschuldthese bleibt fraglich"

Die Umdeutung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges zu Gunsten der deutschen Aggressoren war schon immer ein Hauptanliegen der "Geschichtsarbeit" des Stadt-Echos. Auch in der August-Ausgabe legten die Autoren wieder ordentlich nach. So kommt hier ein Mann zu Wort, der die deutschen Soldaten, die er "unsere Soldaten" nennt, und ihre Manöver in der Region in rosigen Farben malt, sie bereicherten seinen Schulalltag. Die Intention des Textes läuft auf eine Rehabilitierung der Wehrmachtssoldaten heraus, die ja gar keine Nazis waren, sondern nur nach geltendem Recht gehandelt haben. Schon komisch, dass die selbe Zeitung den Mauerschützen in der DDR nicht zugestehen würde, sie hätten nur geltendes Recht durchgesetzt. Hier wird ersichtlich worauf die Autoren eigentlich hinauswollen: Die Umdeutung der Geschichte.
Das wird auch in einer Buchrezension in der selben Ausgabe dieses Hetzblattes ersichtlich. Hier wird das Buch von Gerd Schulze-Rhonhof "1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte" behandelt. Schon im Subtitel heißt es: "Die Alleinschuldthese bleibt fraglich". Schuld am Krieg waren demnach nicht die Deutschen, sondern der Vertrag von Versailles, Frankreichs Anspruch auf Elsaß-Lothringen und das gespannte Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. Die Briten und Franzosen wollten den Krieg und Deutschland wurde quasi hinein gezwungen. So wird heute die Geschichte im Stadt-Echo umgedeutet. Kein Wort verliert man über die Appeasement-Politik der Westmächte gegen über dem aggressiven Deutschen Reich (weiter Infos zur Appeasement-Politik).

"Ungeheuerliche Verhöhnung"

Auch das Denkmal in der Rosenstraße war wieder einmal Thema (AGST berichtete). Und auch hier ließ man sich nichts Neues einfallen. Es kamen die üblichen dümmlichen Unterstellungen: die Aktivist_innen hätten die Opfer verhöhnen wollen, und das Rumgeheule über den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg. In einem "Leserbrief" ging es dann ans Eingemachte. Ein möglicherweise fiktiver Herr, mit dem vortrefflichen Namen Wolfgang Stürmer, wusste sogleich wo die Täter auszumachen sind, nämlich in der sehr aktiven linken Szene der Kleinstadt. Diese sei angesiedelt im Umfeld der linken Stadträte Frank Kuschel und Steffen Dittes, die sich "diebisch freuen, wenn ihre Jünger zur Sprühdose greifen". Ersterem, das vergaß man nicht zu erwähnen, hat der antikommunistische Säulenheilige und Großinquisitor Hubertus Knabe (weiterführende Links: [1], [2]) in einem seiner Machwerke gar eine ganze Seite gewidmet. Dittes und Kuschel seien Provokateure, arme Wichte und Vergangenheitsträumer. Wer im Stadt-Echo so bezeichnet wird, scheint alles richtig gemacht zu haben.

Was zum Lachen...

Das Stadt-Echo ist nichts für schwache Nerven. Den gebildeten Leser_innen wird bei der Lektüre dieses Druckerzeugnisses abwechseln übel, langweilig oder die Augen werden feucht vor lachen. Die folgende Geschichte ist eine zum Lachen. Ihr ging das obligatorische Gejammer über die "Säufer" in der Fußgängerzone voraus, die dem spießigen Stadtbild schaden, blabla. Nun gab es die erste Schwerstbetroffene durch das unsägliche Konsumieren von Getränken im Zentrum der Bachstadt. Es traf, wie konnte es anders sein, eine betagtere Mitbürgerin, die, ahnungslos an der "Trauringecke" vorbeischlendernd, von einem fliegenden Kronkorken hart attackiert wurde. Der Schütze: ein Biertrinker. Die Schäden: Ihre neue Gleitsichtbrille für satte 800 EUR segnete das Zeitliche. Nun (gehen wir mal davon aus die Geschichte stimmt) hätte die Frau einfach einen Versicherungsschaden geltend machen können. Doch die Dame wäre keine echte im Stasi-Staat sozialisierte, spießbürgerliche Arnstädterin, wenn sie nicht in vorauseilendem Gehorsam den Vorfall sofort dem Ordnungsamt gemeldet hätte. Doch zu ihrer (und unserer) Verwunderung strebte das Ordnungsamt keinen Polizeieinsatz gegen den Täter, noch eine Waffenscheinpflicht für Biertrinkende an, sondern verwies die Dame lediglich auf ihre Möglichkeit zivilrechtliche Schritte einzuleiten. Diese ließ aber sogleich über das Stadt-Echo verlauten, dass bei den "Säufern" eh nichts zu holen sei. So ein Pech!

Wollen wir hoffen, dass der ein oder andere Korken noch den Weg durch die Fenster der Zentrale dieser geistigen Brandstifter findet.

Prost!
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